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RAUCHEN. Haben Sie die Typen auch schon gesehen? Überall in Sachsen stehen sie seit ein paar Wochen vor den Haustüren. Graues Gesicht, herunterhängende Mundwinkel. Schrecklich. Und dabei ist es nicht mal richtig Winter in diesem Jahr. Sie stehen vor Rathäusern, vor Unternehmen, vor Schulen, einfach überall. Und sie haben etwas gemeinsam: den unruhigen, wirren Blick und die Zigarette im Mund oder zumindest in der Hand. Sie haben es nun erkannt: die Raucher sind es.
Makaber ist: In Leipzig wurde am Wochenende einer erschossen, als er
mit der Zigarette vor der Disco stand. Wegen einer Zigarette sterben?
Eine fürchterliche Vorstellung.
Dabei sehen die Typen schon so leidend aus, man möchte sie am liebsten
zum Trost umarmen. Wenn sie nur nicht so streng riechen würden.
Keiner weiß, wie das weiter gehen soll. Es ist ja nicht nur in Sachsen
so. Sogar in Bayern ist absolutes Rauchverbot. Fast hätte die CSU die
Kommunalwahl verloren, weil die Raucher sich alle verweigerten. Die
gingen einfach nicht zur Wahl! Und das in Bayern! Jetzt hat die
Landesregierung die Reißleine gezogen: Noch darf geraucht werden in
Bier- und Weinzelten. Ein Gnadenjahr. Die Landtagswahlen im Herbst
scheinen nun gesichert, denn die sind im Herbst. Die bayrischen Raucher
hätten doch sonst glatt das Ende der CSU-Regierung herbeigeführt. Und
das wäre fast so schlimm gewesen, wie damals vor fast hundert Jahren
die Räterepublik. Die Typen haben ja damals auch alle geraucht.
Aber was wird nun mit den Rauchern in Sachsen? Und: Was kostet uns alle
eigentlich die Zigarettenpause und die Arbeitsunlust, die durch den
Frust vor den Türen entsteht? Fragen über Fragen und keine Antwort.
A. N.
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